| „Was passiert, wenn nichts passiert? oder warten auf ...“ ein häuschen das wartet wartet, daß jemand wartet ... (Ort des Geschehens: Medingen, Hauptstraße 2000 | 2001) 15 Polaroids s/w, 18 Dias color, 4x5“ Die Dauer der Präsentation im Wartehaus ist unbegrenzt. Es ist nicht mehr irgendwo, sondern genau dieser Ort speziell. Die Farbschichten geben, entgegen einer Computersimulation dem Haus ein Eigenleben: Das trügerische reine Weiß wird nach einiger Zeit Vergangenes preisgeben. Nicht nur „Patina“ wird den Ort verändern, sondern die gewesene Farbigkeit der Aktion taucht stellen-weise auf und blättert ab. Beide Serien werden gemeinsam als Prints präsentiert, stehen jedoch für sich, da sie parallel angeordnet verschieden dokumentarisch eine wirkliche und unwirkliche Realität zeigen. Nur an einer Stelle fließt die Alltäglichkeit in die Farbigkeit ein, unterbricht die Reihe: ein Mann, angeschnitten durch die linke Kante und das Schild. Er wartete, wartete jedoch darauf, daß er die Straße überqueren kann, kam näher, grüßte und ging vorbei. In diesem Fall wurde das Polaroid zum kommunikativen Element. Fotografien sind für mich nicht nur die Spiegelung des Abgebildeten, sondern auch die Position des Abbildenden selbst. In meiner ersten Serie dokumentierte ich in einfacher Weise das Geschehen, ohne jegliche Stellungnahme. Die Personen, die sich über das Bild bewegen scheinen zeitlos zu sein, das Haus steht in großem Kontrast zum Umfeld, isoliert sich durch das Weiß selbst. Es ist nicht wichtig, daß die Kameraposition absolut konstant ist, da es mir vorrangig um die Situation und die Funktion des Hauses ging. Dagegen war mir bei der zweiten Serie der gleiche Ausschnitt und die Schärfe für den Schein des manipuliert Surrealen sehr wichtig. Erst im zweiten Moment wird man die Wetterveränderungen wahrnehmen, die Farbanstriche detailliert erkennen, die Spiegelungen in der Straße, die zeigen, daß es sich doch um Realität handelt, auch wenn sie unglaubwürdig und für eine Veränderung dieser Art der Computer naheliegend erscheint. Ich kann nicht sagen, welche Weise aufwändiger gewesen wäre, sicher jedoch ist, daß meine Variante wohl die kommunikativere von beiden ist. Kunstpreis Digitale Bildwelten, Kreissparkasse Recklinghausen, Ausstellungsbeteiligung im Mai 2002 (2 Doppelseiten im Katalog) |
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