terra incognita (I-V) - fotografische Arbeit
(Gemeinschaftsarbeit mit A. Bohnhof)
5 Fotografien auf 4x5" Dia-color, 112,5x90cm Lambda-Print auf Aluminium-Dibond hinter Acryl)

Im Zentrum unserer fotografischen Arbeit stehen neben der Dokumentation von Hochhauskomplexen die Erschließung der Objekte über die dort lebenden Menschen vor der fotografischen Aufnahme.

Dies wird über ein hohes Maß an Kommunikation mit einer Vielzahl der dort lebenden Bewohner erreicht, mit denen wir gemeinsam eine Aktion, die unsererseits eines hohen organisatorischen und koordinatorischen Aufwandes bedarf, im Haus realisieren. Das sichtbare Ergebnis zeigt die unmittelbare Bereitschaft eines jeden einzelnen zur Teilnahme oder dessen Verweigerung.

Wir haben eine Fassade eines Hochhauses mit Balkonkästen bestückt, ein Farbband über zwei Hochhäuser mittels Markisen gezogen, sowie ein außen liegendes Nottreppenhaus über alle Stockwerke hinweg mit Menschen belebt. Zudem fotografierten wir zwei leer stehende Häuser, die sich aufgrund ihrer immanenten Möglichkeiten kommunikativen Eingriffen gänzlich versagen.

Die Arbeit basiert über die formalen Kriterien auf dem Prinzip der Serie. Sie umfasst insgesamt fünf Ansichten von Hochhäusern eines architektonischen Stils, so genannten Punkthochhäusern in Plattenbauweise aus den achtziger Jahren, meist sechszehn geschossig, die Teil des Stadtbildes in ostdeutschen Großstädten sind. Die Standorte der von uns fotografierten Häuser befinden sich in Dresden und Leipzig.

Über gleiche Aufnahmebedingungen wie diffuses Licht, einen leicht erhöhten Standpunkt und eine menschenleere Umgebung wird eine sehr sachliche und isolierte Darstellung der Baukörper erreicht.

Inhaltlich geht unsere Arbeit jedoch über eine augenscheinliche Dokumen-tation von Architektur hinaus. Die Reduktion auf die Oberfläche des Objektes wird von uns auf selbiger durchbrochen: Die fotografische Bestandsaufnahme dieser Bauten wird von uns mit Eingriffen in den Lebensraum der dort ansässigen Menschen verknüpft – sofern die Häuser noch bewohnt sind. In diesem Fall wird die Fotografie zum Dokument der durchgeführten Aktion. Der kom-munikative Aspekt unserer Arbeit erschließt sich hier in subtiler Weise über die Außenan-sicht der Fassaden. Bei den leer stehenden Häusern wird der nicht mehr bestehende Lebensraum fotografisch dokumentiert und bleibt, was er ist – eine leere Hülle.

Mit finanzieller Unterstützung:

Bildproduktion Niggemeyer, OBI Freiberg und OBI Ottendorf-Okrilla, Studentenwerk Dresden und DreHa Dresdner Handelsgesellschaft für Nahrungsmittel und Getränke mbH.

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