bewegtes innenleben - fotografien aus dem jüdischen museum berlin, 2000
Projekt Inszenierte Fotografie, Prof. Hermann Stamm
13 Fotografien s/w, 20 x 20 cm (auf 30 x 40 cm)


Geleitet von den Lichtlinien der Gänge und Treppen, entstanden in der Bewegung abstrakte Bilder, die das Thema des Architekten Daniel Libeskinds „between the lines“ aufgreifen. Die schmalen Gänge und steilen Treppen vermitteln den Eindruck von Unruhe, Hast und Heimatlosigkeit. Nur auf die Architektur reduziert stellte das Museum sich selbst aus - die Leere der Räume, die mehr ein erweiterter Gang sind. Das Museum als überdimensioniertes Kunstobjekt.

Die Arbeit entwickelte sich zu einer Inszenierung meiner Empfindung beim Besuch des Gebäudes. Es entstand eine Fotoinstallation, die nicht die Architektur mittels Fotografien neu baut, sondern das Erleben zeigen soll. Die auf Fotoleinen vergrößerten Fotos in Größen bis zu 1 x 2 Metern, werden auf Holzrahmen gespannt und hängen als Art Tafeln frei im Raum. Die Schwere des Themas „Jüdisches Museum“ wird durch die Leichtigkeit der Tafeln aufgehoben, sie bilden keine neuen Wände, sondern werden bei jeder Bewegung des Besuchers neu bewegt. Das Museum als lebende sich bewegende Skulptur. Der Betrachter der Installation muß sich nicht schnell bewegen, sondern wird durch das Foto und die Hängung doppelt bewegt. Mittels der Fotografie und der Art der Präsentation ist es möglich, daß Ideen aufgegriffen werden, die im Original aus finanziellen Gründen scheiterten, wie z.b. sich neigende Wände. Das Fotoleinen soll zudem von hinten mit Strahlern beleuchtet werden, um den künstlichen Eindruck des Lichtes in der Architektur zu verstärken. Die Installation befindet sich in einer Raumecke, umfaßt ca. 5 x 7 Meter und ist hauptsächlich von zwei Seiten begehbar. Die Eingangssituation des Museums wird aufgegriffen: das Eintauchen, um in einer abgeschlossenen Welt oder Idee aufzutauchen. Die Inszenierung soll die Interpretation verstärken, das reines Erleben der Architektur, Sie versucht für andere das Kunstwerk erlebbar zu machen, nämlich das Erleben einer Architektur, die nicht nur 3- dimensional einen leeren Raum umschließt, sondern Geschichte, Philosophie und Zeit behandelt.


Ausstellung / Veröffentlichung

Rundgang 2000, (Turm als Computerausdruck ca. 90 x 150 cm), Treppenhaus Marienstraße 1, Bauhaus-Universität Weimar

Homepage des Jüdischen Museum Berlin, Eröffnungsseite

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